Moderation

Als Moderator:in bist du immer Gastgeber:in

Wie du mit Selbstvertrauen und Leidenschaft überzeugen kannst
Moderatorin auf einer Bühne
Quelle: Foto von Forja2 Mx von Unsplash

Als Moderator:in eines Gottesdienstes bist du nicht einfach jemand, der durch das Programm führt. Du bist Gastgeber:in! Ruben Turbanisch erläutert, wie wichtig es ist, sich dieser Rolle bewusst zu werden und sie aktiv mit Leben zu füllen. Mit diesen praktischen Tipps wirst du das meistern.

Ansprüche an die Moderation sind gestiegen

Als ich die ersten Male Menschen durch eine Veranstaltung geführt habe, habe ich schnell gemerkt, wie schwierig es ist ein wirklich guter Gastgeber zu sein. und heute spüre ich, dass die Ansprüche an eine gute Moderation oder Gottesdienstleitung gestiegen sind.

Und ja, es geht um mehr, als darum eine Information rüberzubringen. Viele Kirchen übertragen seit Kurzem ihre Gottesdienste online, alles ist abrufbar und deshalb will ich dir in diesem Artikel mit ein paar Gedanken helfen, dir deiner Gastgeberrolle bewusst zu werden und mehr Überzeugung, Selbstvertrauen und Leidenschaft zu bekommen.

Es zählt das Intro und das Outro

Es ist der Teil des Gottesdienstes, in dem einer der Mitarbeitenden in der Regel Besucher:innen begrüßt oder Details zu einigen bevorstehenden Veranstaltungen teilt. Ich will es sagen wie es ist: dieser Teil des Gottesdienstes ist fast immer langweilig. Es wird alles abgelesen, ist oft mit christlichen Vokabeln, mit Insider-Witzen und scheint ewig zu gehen.

Wir MÜSSEN mit JEDEM Teil unserer Kirchen-Erlebnisse strategisch vorgehen.

Aber mach dir eine Sache bewusst: Jede Woche betreten Menschen deine oder meine Kirche (vielleicht zum ersten Mal) und in der kurzen Zeit, die du mit ihnen hast, entscheiden sie, ob sie jemals wiederkommen werden oder nicht. Deshalb MÜSSEN wir mit JEDEM Teil unserer Kirchen-Erlebnisse strategisch vorgehen.

Wie sieht also eine gute Moderation aus?

Nun, nach Jahren des Ausprobierens konnte ich ein paar Schlüsselprinzipien entdecken, die uns helfen unsere Gäste abzuholen.

Gib Orientierung

Dies ist vielleicht einer der größten Fehler, den wir begehen können. Wir bieten unseren Besuchern wenig bis gar keine Orientierung darüber, wer wir als Gastgeber:in sind, warum ich auf der Bühne stehe und vor allem warum das, was in unserem Gottesdienst passiert relevant ist.

Unsere Besucher:innen brauchen aber diese Orientierung und damit die Sicherheit, damit sie wissen, dass sie uns vertrauen können.

Darum: Stelle dich immer zuerst vor!

Ich kann dir nicht sagen, wie oft ich schon Gastgeber:innen in der Kirche gesehen habe, der sich mir als Gast nicht vorgestellt hat! Wir gehen davon aus, dass uns jeder kennt, nur weil wir Woche für Woche auf der Bühne stehen. Aber nicht unsere Gäste. Tu jeden Sonntag so, als würdest du dieses Wochenende das erste Mal auf der Bühne stehen und stelle dich vor.

Zweitens, warum stehst du auf der Bühne?

Das wird fast nie gesagt, aber es ist diese klein bisschen Information, die den Neuankömmlingen im Raum helfen wird zu verstehen, was vor sich geht, falls sie noch nicht in der Kirche waren. So könnte dies aussehen:

„Hallo, wie geht es euch? Mein Name ist Ruben und ich bin hier der Pastor für die junge Generation in der EFG Darmstadt. Ich wollte mir nur eine Minute Zeit nehmen, um mich für deine Anwesenheit an diesem Sonntag zu bedanken und dir ein wenig über einige Events zu erzählen, die wir vor uns haben.“

Das ist wie eine kleine Landkarte, die du deinem Publikum als Orientierung in die Hand drückst. Dadurch entsteht Sicherheit.

Drittens, das gilt auch für deine Ankündigungen.

Das ist so wichtig! Wir sollten selten nur das Wort Kirche sagen, wie „Willkommen in der Kirche“. Wenn das ein:e Gastgeber:in sagt, denke ich immer: „Welche Kirche?“ Sei konkret.

Wenn du dich auf deine Kirche beziehst, verwende immer ihren vollständigen Namen. Das Gleiche gilt für den Pastor oder die Pastorin. Erlaube deinen Gastgebenden NIE, das Wort „Pastor:in/Pfarrer:in“ allein zu verwenden. Wir wollen immer spezifisch sein und „unser Pastor Ruben Turbanisch“ sagen.

Das Gleiche gilt für Amtsnamen und kirchliche Veranstaltungen: erkläre, was du meinst! Wir nennen unsere Arbeit für die junge Generation „UNITED“, aber wir gehen nicht davon aus, dass jeder in unserem Publikum weiß, was UNITED bedeutet, also sagen wir es ihnen. Gib auch hier Orientierung.

Und zu guter Letzt: Sei zuversichtlich!

Unterschätze niemals Selbstvertrauen. Erst recht, wenn es um Ankündigungen geht, denn Leidenschaft entspringt direkt aus deinem Selbstvertrauen. Deine Leidenschaft ist DER wichtigste Bestandteil, um die Menschen dazu zu bringen, dir überhaupt zuzuhören.

Wichtige Fragen, die du dir stellen solltest

Hier sind also ein paar Fragen, die du dir jedes Mal stellen solltest, wenn du die Bühne als Gastgeber betreten darfst.

  • Warum bin ich wirklich hier oben? Gibt es einen Grund? Wenn ja, kann ich es auch formulieren?
  • Verstehe ich wirklich, warum wir als Kirche das Event durchführen, das ich gleich ankündigen werde?
  • Würde ich an der Veranstaltung teilnehmen, die ich gerade bewerbe? Wenn ich nicht teilnehmen würde, warum sollten sie dann teilnehmen?

Die Antworten auf diese Fragen zu kennen, wird dich mit Selbstvertrauen erfüllen, wenn du die Bühne betrittst. Beachte, dass sich keine dieser Fragen mit den Details des Events beschäftigt. Warum? Weil Details niemanden inspirieren oder bewegen, an einem Event teilzunehmen. Klar, Details sind irgendwann notwendig, aber nicht für die Motivation.

Learnings

Wenn du das nächste Mal auf deine Bühne trittst, stelle sicher, dass du genau weißt, warum du dort bist und warum du sagst, was du sagst, damit du mit Überzeugung, Selbstvertrauen und Leidenschaft sprechen kannst.

Weiter Tipps von Ruben auf YouTube

YouTube Video von Ruben Turbanisch zum Thema „Nie wieder langweilig wirken“

Wie ist deine Erfahrung?

Wie geht es dir mit diesen Tipps? Hast du sie bereits umgesetzt? Teile uns gerne deine Erfahrung in den Kommentaren mit oder beschreibe, was dir bei einer guten Moderation gefällt.


Foto Ruben Turbanisch
Ruben Turbanisch
Ruben Turbanisch ist als Pastor der jungen Generation in der EFG Darmstadt tätig. Er ist mit Leidenschaft Botschafter und er hilft anderen, selbst gute Botschafter:innen zu werden. Seine Wurzeln hat er im Theater und Schauspiel. Er ist Mentor, Berater und Trainer. Mehr über Ruben erfährst du auf seiner Website.

Veröffentlicht: 29. September 2021

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