Kinder­­­­­­­­gottes­dienste alltagsrelevant gestalten - Sonntagmorgens
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Wissenswertes

Kinder­­­­­­­­gottes­dienste alltagsrelevant gestalten

Kinder entscheiden maßgeblich über den Gottes­dienst­besuch – Interview mit Febe Olpen vom Kinderforum des BFP
    Beispielbild Kindergottesdienst
    Quelle: Foto von Erika Giraud auf unsplash.com

    Der Kindergottesdienst spielt eine besonders wichtige Rolle, denn Familien mit Kindern entscheiden sich für eine Gemeinde heute nicht mehr in erster Linie nach der konfessionellen Zugehörigkeit, sondern nach der Relevanz des Kinderprogramms. Wenn es den Kindern gefällt, ist das ein Hauptargument zu bleiben. Kindergottesdienst müssen allein schon daher viel mehr als nur ein Aufbewahrungsort sein.

    Warum das so ist und warum es in unseren Gemeinden also ganz besonders auf den Kindergottesdienst und die Ansprache der Familien ankommt, erzählt Febe Olpen. Wir haben sie interviewt.

    Erzähl kurz, wer bist du und was hast du mit Kinder­gottes­diensten zu tun?

    Ich heiße Febe Olpen und leite das Kinderforum des BFP, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden mit ca. 880 Gemeinden. Ich bin ausgebildete Erzieherin, entwickle neue Programme, Produkte und Konzepte, um Mitarbeiter Inspiration, Tools und Tipps an die Hand zu geben. Außerdem besuche ich viele Kirchen, um Teams zu schulen und ihnen zu helfen, ihre Arbeit inhaltlich und strukturell weiterzuentwickeln.

    Ansonsten leite ich mit meinem Mann die Fokus Kirche in Düsseldorf und Mönchengladbach. Wir haben aktuell etwa 200 regelmäßige Gottesdienstbesucher und ca. 30 Kinder.

    Wie bist du zu deiner Arbeit rund um den Kinder­gottes­dienst gekommen?

    Als Kind habe ich selbst einen Kindergottesdienst besucht. Das machte mir auch viel Spaß. Als ich dann das Alter erreicht hatte, wo ich zu alt für den Kindergottesdienst war, musste ich dann in den „Erwachsenen“ Gottesdienst wechseln. Damals empfand ich aber die Gottesdienste als nicht so relevant und spannend für mich, sodass ich keine Lust hatte daran teilzunehmen.

    Ich saß eines Tages im Gottesdienst und fragte mich: „Wie komme ich aus dem Ganzen nur wieder raus?“

    Rasch fand ich für mich eine Lösung, denn es war klar, dass es einen Arbeitsbereich gab, der immer nach Mitarbeitern suchte. Welcher? Klar, der Kindergottesdienst!

    So bin ich mit 14 Jahren als Mitarbeiterin in den Kindergottesdienst eingestiegen. Mit 16 Jahren habe ich den Kindergottesdienst in meiner Gemeinde dann bereits geleitet.

    Was war dir bei der Gestaltung dieser Kinder­gottes­dienste wichtig?

    Ich wollte einen Raum schaffen, in den die Kinder gerne kommen, in dem sie etwas für ihren Alltag mitnehmen und Spaß haben können. Für den Alltag mitnehmen hieß und heißt, dass das, was sie aus der Bibel hören, für ihre Woche von Bedeutung ist.

    Außerdem sollten sie ihre Gemeinde lieben lernen und sich wohlfühlen, wenn sie den Kindergottesdienst verlassen und den Gottesdienst besuchen. Es soll ihnen nicht wie mir gehen!

    Deshalb arbeite ich auch an der Gottesdienstgestaltung mit, damit Teens sich dort einbezogen und dazugehörig fühlen. So bin ich also in die Kindergottesdienstmitarbeit reingewachsen, obwohl das nicht mein Plan war. Und bis heute, über 40 Jahre, arbeite ich in diesem Dienstbereich mit.

    Schon sehr früh fing ich damals an, Material selbst zu erstellen. Warum? Da wir immer mit Büchern arbeiteten, bei denen die Lektionen für jeden Sonntag schon feststanden, merkte ich nach einiger Zeit, dass diese manchmal nichts mit der jeweiligen Lebenswelt oder Situation der Kinder zu tun hatten. Ganz andere Themen beschäftigte uns als Gemeinde und auch die Familien und Kinder.

    Ich erinnere mich, dass damals die Fußballweltmeisterschaft das Thema in aller Munde war, auch bei den Kindern, und ich die Geschichte von „Zachäus auf dem Baum“ erzählen sollte. Ich wollte aber etwas über Freundschaft, Gewinnen und Verlieren erzählen, weil es, wie zuvor erwähnt, gerade Thema war. Da fing ich an, selbst Lektionen zu schreiben. Das machte mir Spaß.

    Es ging mir darum, nicht einfach nur ein Thema weiterzugeben, sondern die Kinder sollten etwas mit nach Hause nehmen. Bis heute ist es mir wichtig, den Kindern im Gottesdienst etwas mitzugeben, was alltagsrelevant für sie ist.

    Die Kinder müssen vom Programm begeistert sein, begeistert nach Hause gehen und dann begeistert wieder kommen.

    Irgendwann wurde der Präses des BFP auf mich aufmerksam und bot mir eine Anstellung an, um den Kinderbereich in unserem Bund weiterzuentwickeln und auch eigenes Material zu schreiben.

    Warum gibt es dann noch spezielle Programme für Kinder in Gemeinden? Können sie nicht einfach mit in den normalen Gottesdienst gehen?

    Altersspezifische Treffen und Programme sind natürlich essenziell, nicht nur für Kinder. Ich denke da an eine Situation in meiner damaligen Gemeinde in Bayreuth. Ein Vater kam auf mich zu und sagte: „Meine Kinder empfinden das Programm als langweilig. Sie wollen lieber in den Erwachsenen-Gottesdienst.“

    Für mich war das in Ordnung. Ich wusste, dass unsere Gottesdienste auch Kindern „Spaß“ machen und sie geistlich etwas mitnehmen würden. Gleichzeitig war mir klar, dass sie wieder zurückkommen. Nach zwei Wochen waren sie dann wieder da.

    Einige Zeit später stand der Vater auf einmal während unseres Kinderprogramms mitten im Raum. Es war Spielzeit und wir hatten viele Spielmöglichkeiten aufgefahren. Danach gingen die Kinder in die Plenumsveranstaltung, in der wir die biblische Geschichte kreativ erzählten und großartige Lieder sangen. Dann fanden ihre Kleingruppen statt. Der Vater begleitete seine Kinder ununterbrochen und schrieb immer wieder etwas in seinen Block.

    Nach dem Kindergottesdienst kam er zu mir und sagte: „Febe, ich habe mir das heute mal angeschaut und jetzt werde ich mich mit meinen Kindern zusammensetzen. Denen werde ich mal was erzählen, von wegen langweilig hier.“

    Das hat mich gefreut. Ich empfinde es trotzdem als okay, wenn Kinder in den regulären Gottesdienst gehen möchten. Aber wir können eine besondere Atmosphäre kreieren und einen Raum schaffen, in den Kinder gerne kommen und sich begeistern lassen.

    Und das hängt unwahrscheinlich viel von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ab.

    Über die Mitarbeitenden in Kindergottesdiensten hat Febe viel gesprochen. Das könnt ihr im zweiten Teil des Interviews Die richtigen Mitarbeitenden für den Kindergottesdienstlesen.

    Woher nimmst du Inspirationen und was ist für die Gestaltung von Kinder­programmen besonders wichtig?

    „Kinder wollen den Glauben vorgelebt und nicht nur Geschichten erzählt bekommen, damit sie selbst Glauben erleben und ich nur vom Hörensagen etwas über den Glauben wissen.“

    Die Mitarbeitenden sollen den Kindern vermitteln, er oder sie kennt mich, sieht mich und weiß, wovon ich rede – ich werde verstanden. Deshalb halte ich immer Ausschau danach, was die Kinder gerade in ihrem Alltag beschäftigt. Das heißt auch, Kindergottesdienste fangen nicht erst am Sonntag an, sondern bereits unter der Woche. Ich gehe zum Beispiel durch die Einkaufsstraßen und schaue mir Schaufenster an, höre mir an, was Kinder sagen, lesen oder sich anschauen und anhören. Das hilft uns sehr, sie zu verstehen und zu wissen, was sie beschäftigt.

    Genau das wünschen wir uns auch als Erwachsene. Wir gehen in den Gottesdienst und möchten etwas mitnehmen, das wir danach anwenden können oder bei dem wir merken, das kann mir in meinem Alltag helfen.

    Für die Kinder ist das genauso. Die Inhalte dürfen nicht zu abstrakt sein, sondern müssen anschaulich und klar gestaltet sein. Und nicht jede Gemeinde muss eigenes Material deswegen entwickeln. Es gibt viel gut ausgearbeitetes Material, das man kaufen kann, oder von anderen Kirchen nehmen oder auch aus dem Internet heruntergeladen werden kann, um in die eigenen Programme einzubauen. Und wenn ich in der Bibel nachlese, haben Menschen einfach aus erzählt, was geschehen ist und was sie erlebten.

    Als das Volk um Jericho herumgelaufen ist, gab es keinen speziellen Kindergottesdienst. Die Kinder sind mitgelaufen und haben gehört und gesehen.

    Natürlich sollen Inhalte der Bibel vermittelt werden. Doch darüber hinaus sollten diese mit persönlichen Geschichten verbunden werden. Wenn wir vom Gottesdienst nach Hause gehen, erinnern wir uns meistens ja auch nicht an den Bibelvers, den der Pastor vorgelesen hat, sondern an die Geschichte, die er dazu berichtet.

    Wir müssen Kindern Geschichten erzählen, möglichst persönlich erlebte Geschichten. Das wird einen Unterschied machen und ihnen zeigen, dass Gott heute noch wirkt und handelt.

    Ein weiteres ist es, sich für den Kindergottesdienst konkrete Ziele zu setzen. Im Wort Gottes steht „Ohne Vision geht ein Volk zugrunde“, Sprüche 29.18.

    Ohne Ziel wirkt es oft so, als wollten die Mitarbeiten einfach die Stunde hinter sich bringen. Das macht weder ihnen noch den Kindern Spaß. Die spüren diese Haltung und Atmosphäre. Das gilt für jede Person, die sonntags den Gottesdienst besucht. Der Gottesdienst muss etwas mit den Menschen zu tun haben. Sie sollen ermutigt, motiviert und erfüllt nach Hause gehen. Und das hängt u. a. vorwiegend davon ab, was wir als Leitenden und Mitarbeitenden weitergeben.

    Welche Bedeutung haben Kinder für unsere Gemeinden über Kinder­programme hinaus?

    In Kindern liegen viele Kompetenzen und das begeistert mich. Sie haben unglaublich viele Gaben. Nächstes Jahr werde ich eine Kirche in Singapur besuchen, die hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen besucht wird, und die in vielen Arbeitsbereichen mitarbeiten. Da sind bereits sechsjährige Teil der Teams. Ein 15-Jähriger leitet schon selbst 150 weitere Mitarbeiter an.

    Mich ermutigt es, die Gaben, die Gott in jedes Kind hineingelegt hat, schon früh zu entdecken und Möglichkeiten und Plätze in unseren Gemeinden zu schaffen, damit Kinder diese einbringen können. Ich denke, dass wir da noch viel lernen und entwickeln können.

    Wie sieht für dich der ideale Kinder­gottes­dienst aus?

    Wichtig ist für mich eine herzliche und sichtbare Willkommenskultur der Gemeinde und das auch schon bei den Kindern. Kinder und Familien müssen willkommen geheißen werden, die Namen der einzelnen bekannt sein, eine Natürlichkeit und Freude vorherrschen bei den Mitarbeitern.

    Dann ist natürlich die biblische Botschaft, relevant, kreativ und altersentsprechend verpackt und erzählt, das Wichtigste im Kindergottesdienst. Wir haben die großartigste Geschichte in der Geschichte der Welt. Deshalb sollte uns nichts davon abhalten, diese zu erzählen.

    Wir sollten darauf achten, dass diese von Menschen vermittelt werden, die es der Zielgruppe entsprechend gut können. Da ist gabenorientiertes Arbeiten zielführend.

    Gute Lieder gehören natürlich auch in den idealen Kindergottesdienst. Lieder transportieren die Botschaft auf eine so einfache Weise, dass diese schneller im Gedächtnis haften bleiben. Hier wünschte ich mir noch mehr gute christliche Lieder für Kinder. Es gibt ein paar großartige Lieder, aber es sind zu wenig.

    Das Kinderforum BFP hat 2020 selbst eine CD mit starken und begeisternden Liedern veröffentlicht.

    YouTube: Einfach mal reinhören!

    Ansonsten sind dann die Kleingruppen von immenser Bedeutung. Dazuzugehören schafft im Laufe der Zeit ein Zugehörigkeitsgefühl. In der Kleingruppe lernen die Kinder das, was sie gehört haben, was mit ihrem Leben zu tun. Die Kinder sollen hier die Möglichkeit erhalten, einen persönlichen Glauben zu entwickeln, indem sie darüber sprechen, sich austauschen und gemeinsam beten.

    Die Kleingruppen sind also dafür da, Kinder im Glauben nicht einfach nur mitzunehmen, sondern ihnen zu helfen, sich selbst Gedanken zu machen und eigene Erklärungen zu finden. Dabei helfen die richtigen Fragen und das richtige Weitergeben. So lernen die Kinder selbst die Glaubenswahrheiten. Das wird langfristig halten.

    Und natürlich darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Denn wenn du keinen Spaß mit deinen Kindern hast, sind sie nicht überzeugt, dass du sie magst!

    Wie verbindet ihr das Kinder­programm und das Gemeinde­leben?

    Ich halte es für gut, wenn sich sonntags die ganze Gemeinde erst einmal gemeinsam mit allen anderen im Gottesdienstraum sammelt und die erste Zeit gemeinsam verbringt. Es wird die Gemeinde begrüßt und man beginnt mit der Zeit für Lobpreis. Nach einer vereinbarten Zeit, meist nach 2–3 Liedern, gehen die Kinder dann in ihr Programm. 

    Ein Mehrwert ist nicht nur, dass der Kindergottesdienst dann mit allen gemeinsam pünktlich und direkt begonnen werden kann, sondern für mich vor allem, dass Kinder sehen, wie ihre Eltern und andere Erwachsenen Gott anbeten.

    Dieses Miteinander ist wichtig und Kinder lernen ihre Gemeinde kennen, bevor sie selbst eines Tages in den regulären Gottesdienst gehen. Und die Gemeindemitglieder sehen, dass es Kinder in der Kirche gibt. Das ist auch nicht selbstverständlich.

    Mit welchem Gefühl sollten die Kinder nach Hause gehen?

    Die Kinder sollen sich willkommen, geliebt und gesehen gefühlt haben. Und sie sollen das Gefühl haben, es ist ein sicherer Raum, in dem es ihnen gut geht. Unsere Kinder sollen auch wirklich spüren, dass wir sie lieb haben. Wie wir Kinder lieben als Kinder, hat Auswirkungen auf ihr Leben als Erwachsener!

    Sie sollen nach Hause gehen und sagen: „Die haben mich lieb. Hier komme ich wieder hin. Hier ist mein Freund oder meine Freundin.“ Und vielleicht auch: „Hier ist meine Kleingruppenleiter:in.“

    Genauso wie die Erwachsenen fühlen, dass es ihre Gemeinde ist, sollen die Kinder das auch empfinden.

    Wo liegen die Herausforderungen beim Thema Kinder­gottes­dienst?

    Wirklich viele Gemeinden erleben, insbesondere seit Corona verstärkt, dass Verbindlichkeit verloren gegangen ist – auch bei den Kindern. An einem Sonntag kommt ein Kind und der Freund oder die Freundin ist nicht da, am nächsten Sonntag kommt dann der Freund oder die Freundin und findet das andere Kind nicht. Sehr viele Gemeinden berichten davon. Familien kommen sonntags nur noch unregelmäßig zum Gottesdienst, sodass Freundschaften auseinandergegangen sind. Dadurch verändern sich die Gruppen, Beziehungen sind zerbrochen und damit müssen wir umgehen lernen.

    Auch fehlen viele Mitarbeiter. Hier müssen Teams neu gebaut werden, also Mitarbeiter gesucht werden. Und das ist nach wie vor herausfordernd.

    Welche Lösungen habt ihr diesbezüglich gefunden?

    Wie viel anderen Gemeinden haben wir auch Anfangs alle Familien angerufen, besucht oder Briefe verschickt. Zurzeit halten wir den Kontakt u. a. über eine Familien-WhatsApp-Gruppe, über die wöchentlich auch das Kinderprogramm angekündigt wird und wir einige persönliche Worte und Einladung auszusprechen.

    Vor Corona waren die Familien eingeladen, einmal im Monat unsere sogenannten „Familienzeit“ zu besuchen. Alle Familien waren eingeladen, nach dem Gottesdienst noch dazu bleiben. Jeder brachte etwas zu essen mit und es wurde gemeinsam gegessen, sich kennengelernt, Beziehungen vertieft, gespielt und einfach eine fröhliche Zeit miteinander verbracht. Dieses Programm bieten wir nun wieder an und erwarten, dass Familien wieder Beziehungen knüpfen und ihren Platz finden.

    Natürlich beten wir weiter für unsere Familien. Aber wir erleben auch, dass sich wieder mehr Familien aufmachen und die Gottesdienste besuchen.

    Habt ihr neben WhatsApp noch weitere digitale Angebote?

    Während Corona haben wir unser Kinderprogramm und die Gottesdienste online gestreamt. Doch die Produktion ist sehr aufwendig und mir ist es wichtiger, die Familien bei uns zu haben, weshalb wir das nicht mehr machen. Aber viele andere Gemeinden tun dies, was man sich dann auch anschauen kann.

    Die WhatsApp-Gruppe ist essenziell für unsere Gemeindearbeit genauso wie WhatsApp-Broadcast, über die wir an alle, die das möchten, wichtige Informationen teilen. Unseren Gemeindebrief „Pastors Post“ verschicken wir per E-Mail.

    Was können wir über den Kinder­gottes­dienst hinaus für die Kids tun?

    Im 5. Moses 6 ab Vers 6 lesen wir: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst […]“

    Das heißt also, dass wir als Gemeinden Familien unterstützen wollen, den Glauben der Kinder zu entwickeln. Wir glauben, dass die Kombination zweier Einflüsse eine größere Wirkung entfalten kann als zwei einzelne Einflüsse.

    Hier setzt insbesondere die Arbeit von Orange Leben an. Ich bin dort Teil des Teams. Wir fragten uns, wie viele Stunden eines Jahres Kinder bei uns in der Gemeinde sind? Es kommen da höchsten 30 bis 40 Stunden zusammen. Sie können nicht jeden Sonntag dabei sein, es sind Ferien, sie werden mal krank usw.

    Eltern haben ca. 3.000 Stunden pro Jahr, um das Leben ihres Kindes zu beeinflussen. Deshalb wollen wir die Eltern als Gemeinde unterstützen.

    Was ist noch wichtig für die Arbeit mit Kindern in unserer Kirche?

    Ich finde es so wichtig, dass Kinder die Gemeinde als einen Ort erleben, wo sie einfach sein können und sich sicher fühlen, wo sie persönliche Gespräche mit vertrauten Erwachsenen führen und schwierige Fragen stellen können.

    Lasst uns so arbeiten, dass wir uns immer wieder fragen, wie wir als Mitarbeitende unsere Kinder in der Gemeinde so begleiten und unterstützen können, dass sie einen eigenen festen Glauben entwickeln und zu Nachfolgern Jesu werden.

    Und lasst uns ihnen folgende sechs Dinge geben, die Kinder am meisten benötigen: Zeit, Liebe, Worte (der Ermutigung, Wertschätzung und Hoffnung), Glaubensgeschichten und eine Gruppe, zu der sie sich zugehörig fühlen.

    Wenn du einen Wunsch freihättest, für die Kinder­gottes­dienste in Deutschland, welcher wäre das?


    Ich würde mir wünschen, dass jede Gemeinde jemanden für den Bereich Kindergottesdienst freisetzt. Die Arbeit im Kinderdienst kann man nicht einfach nebenbei machen. Es braucht Planung, Ressourcen und gute Ideen. Das hat viel Einfluss darauf, wie sich die Kinder in der Gemeinde entwickeln.

    Ist der Kindergottesdienst gut gemacht, kommen die Kinder gerne. Kommen die Kinder gerne, kommen auch die Familien. Auf diese Weisen sind schon viele Gemeinden entstanden. Kinder ziehen in die Kirche.

    Das ist ein gutes Schlusswort. Vielen Dank Febe!

    Mehr von Febe im Teil 2 des Interviews “Die richtigen Mitarbeitenden für den Kindergottesdienst”.

    Weitere Inspirations­quellen:

    • Abenteuerland Kinderkirche mit der Vision Kindergottesdienste zu feiern, die zur „schönsten Stunde der Woche“ für unsere Kinder werden. Von Schwester Teresa Zukic. Ein Projekt der katholischen Kirche.
    • Köln City Church Kids Kanal auf YouTube.
    • Orange Leben – Gemeinden machen Eltern stark.
    • Materialien vom Kinderforum des BFP für den Kindergottesdienst und darüber hinaus.
    • SevenEleven – Material für den Kindergottesdienst mit 7- bis 11-jährigen.

    Du hast noch mehr Anregungen oder ihr habt in eurer Gemeinde selbst gutes Material für Kinder entwickelt?

    Schreibe uns gerne einen Kommentar unter den Artikel und teile deine Informationen mit uns und allen Leser:innen.


    Febe Olpen

    Neben ihrer Arbeit im Kinderforum BFP sind Febe und ihr Mann Bernhard das leitende Pastorenehepaar in der Fokus Kirche in Düsseldorf.

    Überdies schult und coacht sie Leiter und Leiterinnen von Kirchengemeinden und hat das Programm „Orange Leben“ in Deutschland mit ins Leben gerufen.



    Foto Kristina Dietz
    Kristina Dietz
    gehört zu den Initiator:innen von sonntagmorgens.de. Sie ist Expertin für digitale Transformation und Online-Marketing, arbeitet als Projektmanagerin und liebt das kreative Arbeiten. Neben ihrem Einsatz im sonntagmorgens-Team engagiert sie sich ehrenamtlich in der evangelischen Gemeinde Stadtmission Frankfurt-Nied und beim Schwarzen Kreuz Christliche Straffälligenhilfe e.V.

    Veröffentlicht: 8. Dezember 2022

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