Ablauf & ProgrammWissenswertes

Resonanz erzeugen

Bessere Wirkung mit guten Inhalten erzielen - analog, digital oder hybrid.
Quelle: sonntagmorgens.de YouTube-Kanal.

Wir befinden uns mitten in der Transformation von rein analogen Events über digitale Gottesdienste während der Pandemie hin zu hybriden Veranstaltungen, die oft schon zur Tagesordnung gehören. Chris Cuhls empfiehlt uns in seinem Video, auch mal über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich mit anderen Disziplinen zu beschäftigen.

Das machen wir hier, indem wir uns Tipps zur Eventplanung anschauen: Chris Cuhls ist Experte für Eventregie und zeigt im Video auf, wie wir bei Events – dazu gehören Gottesdienste ja auch – Wirkung, also Resonanz erzeugen können. Denn: egal ob die Menschen vor Ort zusehen oder Zuhause, wichtig ist es, dass unsere Botschaft bei den Zuschauenden ankommt.

Langweile nicht!

Gestalte kurzweilig

Gerade online sinkt die Aufmerksamkeitsspanne enorm und Ablenkungsmöglichkeiten abseits des Screens sind vielfältig: der Postbote klingelt, der/die Partner:in möchten etwas und so weiter. D.h. wir müssen bei unseren digitalisierten Veranstaltungen viel schneller agieren, regelmäßig Reize setzen und wirklich relevante Inhalte kommunizieren, damit die Spannung hoch bleibt. Setzt alles in Szene und reizt mit Veränderung, durch z.B. Schnitte, Musikeffekte oder anderes.

Lerne von anderen Disziplinen

Für Events können wir uns immer anschauen, was andere machen. Sei es auf einem CDU Parteitag, im TV oder beim Fußball. Wir können uns abschauen, was bei anderen funktioniert.

Vor allem sehen wir, dass der digitale Raum in dem wir agieren veränderbar ist. Der Pastor muss nicht auf der Kanzel stehen, sondern kann auch an einem anderen Ort aufgezeichnet werden. Wichtig ist, sich zu fragen, warum jemand oder etwas dort platziert ist.

Baue eine Verbindung auf

Stellt Verbindung her und schaut in die Kamera, nicht auf den Prompter, um etwas abzulesen. Durch diese Verbindung wird Beziehung geschaffen. Wenn es eine Beziehung gibt, ist auch Resonanz möglich.

Dabei gilt auch: jeder spürt die Absicht der Redner:innen – wollen sie mir etwas Gutes oder sollen sie mir etwas verkaufen? Ist es nur eine weitere Veranstaltung, die sie abarbeiten müssen? Macht euch eure innere Haltung bewusst, bevor ihr vor die Zuschauer:innen tretet.

Wie erreichen wir Resonanz?

Am Anfang war das Wort!

So steht es in der Bibel. Bei allem gilt, das Wort bzw. unsere Art und Weise zu sprechen und was wir sagen, sind essenziell für die Wirkung, die wir erzielen.

Es gibt verschiedene Ebenen der Inszenierung:

Was MUSS?

Was KANN?

Was macht WOW?

Damit es WOW macht, müssen die ersten beiden Ebenen erfüllt sein. Dazu gehört dann auch das Wort. Mit der Sprechweise kann bereits viel erreicht werden. Es macht z.B. einen Unterschied, ob man flüstert oder laut redet. Emotionen werden viel über die Stimme geweckt, also arbeite mit ihr.

Einfach geniale Dinge sind: Genial einfach.

Was möchte dein:e Zuschauer:in? Mache dir Gedanken über die Bedürfnisse deiner Zuhörerschaft. Das braucht Zeit, weil wir uns intensiv damit auseinandersetzen müssen. Wichtig ist aber, dass am Ende alle Aussagen so einfach wie möglich in Worte gefasst werden, damit sie wirklich ankommen. Beim Amerikanischen Wahlkampf von Barack Obama war es das einfache „Yes, we can!“, womit er bereits große Resonanz erzeugte. Hinter diesen drei Worten steckte eine große Bedeutung.

Umso digitaler, desto analoger müssen wir arbeiten.

Menschen sehnen sich nach echter Verbindung und nach Dingen, die real bzw. fassbar sind.

Schaffen können wir dies z.B. indem wir uns bei der Aufzeichnung oder Übertragung ins Wohnzimmer setzen anstelle einen Green-Screen zu nutzen.

Was nicht geprobt wird, findet nicht statt.

Es gibt immer Differenzen bei den Bedürfnissen und Erwartungen an die Proben und an das Event. Manches ist für einige neu, die Tools müssen getestet und kennengelernt werden. Gleicht ab, welche Dinge ihr voneinander erwartet.

Sorgt dann dafür, dass alles möglichst reibungslos und user-friendly – nutzerfreudlich – passiert.

Sei relevant und unterhaltsam

Alles was ihr präsentiert muss relevant, neuwertig, modern, informativ und hochwertig sein, damit es zieht. Viele Beispiele findet ihr auf YouTube. Es muss nicht großartig inszeniert sein, sondern kann auch einfach mit der Handykamera aufgezeichnet werden.

Weniger ist mehr

Es geht um die Verbindung: seid nahbar. Erzählt auch mal von euren Fehlern, zeigt wie ihr seid und bringt euch mit den Zuschauenden auf Augenhöhe – mit der Community. Partizipation ist der Kern dessen, worum es geht. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Es können Fragen an das Netzwerk gestellt werden, die sie thematisch verbinden.

Kommunikation vor, während und nach dem Event

Für digitale oder hybride Events ist es besonders empfehlenswert bereits vorab auch über digitale Kanäle über die Veranstaltung zu informieren, z.B. in Form von kurzen Videos.

Aufgezeichnete Materialien können zielgruppengerecht geschnitten und verschickt werden. Macht euch Gedanken, was wen im Nachgang besonders interessieren könnte und welche Inhalte ihr weiter verwenden möchtet.

Achtet auf die Bildgestaltung

Dazu gehört die Bühne, die Zahl der Kameras und deren Perspektiven, die Wahl des Bildausschnitts, Licht und auch Ton. Tipps gibt Chris Cuhls in seinem Blogartikel Bildgestaltung bei Livestreams.

Fokus: Was soll die Wirkung sein?

Was soll nach dem Event anders sein, als vorher? Diese Frage bestimmt, welche Botschaft über welche Kanäle welche Zielgruppe erreichen soll. Digital kann jede Zielgruppe einfach individuell erreicht werden.

Nutzt Elemente der Dramaturgie

Schaut euch dazu gerne den Sonntagmorgens-Beitrag zum Storytelling an, in dem auch z.B. die Heldenreise thematisiert wird. Achtet darauf die Aufmerksamkeit hoch zu halten und nur Inhalte zu thematisieren, die Sinn ergeben.

Wichtig ist vor allem ein guter Einstieg und ein gutes Ende. Der Anfang muss Orientierung anbieten. Überlege dir außerdem eine gute „Call-to-Action“ für den Schluss. Was sollen die Zuschauenden mitnehmen oder tun?

Zeichnet vorab Inhalte auf

Online muss nicht alles live geschehen – das ist der Vorteil der digitalen Events. Dadurch kann Abwechslung und Schnelligkeit viel einfacher gestaltet werden.

Zum Schluss:

„Show, don’t tell“

Einfach mal machen!

Mehr von Chris Cuhls

Chris Cuhls: „Die 7 Gebote der Inszenierung“ auf dem YouTube Kanal von EventElevator

Was kannst du mitnehmen?

Auch wenn unsere Gottesdienste nicht immer digital oder hybrid stattfinden, wollen wir bei dieser speziellen Form von Events Resonanz erzeugen. Welche Elemente erscheinen dir besonders wichtig? Welche Erfahrungen hast du bei der Durchführung digitaler oder hybrider Gottesdienste mitgenommen? Was waren deiner Meinung nach die größten Unterschiede zum analogen Gottesdienst? Teile gerne deine Erfahrung in den Kommentaren!


Chris Cuhls
ist Ablaufregisseur und Spezialist für die Ablaufplanung und Eventregie. Er ist für Events aller Größen und Form im Einsatz  und ein Experte dafür, wirkungsvolle Atmosphären zu schaffen. Mehr über Chris Cuhls erfahren.

Veröffentlicht: 25. September 2021

2 Gedanken zu „Resonanz erzeugen“

  1. Guten Morgen,Danke für die vielen Tipps und Hinweise. Ich habe nur eine Anmerkung: Bitte lasst das Gendergeschreibsel!!!!
    Das kann man ja nicht ertragen und es stört entsetzlich beim Lesen.
    Auf diesen Zug muss die Gemeinde Jesu nicht aufspringen, es ist einfach nur lächerlich.
    Liebe Grüße Christine

    1. Liebe Christine, herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Wir sind uns bewusst, dass die Debatte um gendergerechte Sprache sehr kontrovers diskutiert wird. Wir möchten, dass sich alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen fühlen und niemand auch nur gedanklich ausgeschlossen wird. Dadurch wird ggf. die Lesbarkeit an manchen Stellen beeinflusst. Wir versuchen nichtsdestotrotz, darauf zu achten, die Texte so ansprechend wie möglich zu gestalten. Wir freuen uns, dass die Inhalte trotzdem wertvoll für dich sind! Sei gesegnet!

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