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Storytelling: fiction meets real

Wie hilft Dramaturgie dabei, berührende Geschichten im Alltag zu erzählen
Quelle: Das Video ist im Rahmen der Multiply 2021 von Media Vision entstanden.

Im Video erklärt Alena Wessling auf der Multiply 2021 wie mithilfe von Dramaturgie ein gutes Storytelling gelingt.

Ein paar der Inhalte zusammengefasst

Warum erzählen wir Geschichten?

Geschichten begegnen uns überall wo kommuniziert wird – im Podcast oder Image-Film, bei Reportagen auf der Website, im Marketing, in Kunst und Kultur, im Alltag oder auch im Gottesdienst. Überall überlegen wir, was erzählen wir, was lassen wir weg oder wie bauen wir die Erzählung auf. Und warum machen wir das?

Geschichten erzählen wir, denn…

  • … sie machen Abstraktes konkret,
  • … sie unterhalten und berühren,
  • … sie bleiben im Kopf,
  • … sie sind Wertediskurse und
  • … sie stiften Identität.

Wie lautet deine Erzählintention?

  • Warum möchtest du dieses Thema erarbeiten?
  • Weshalb sind dir diese Inhalte so wichtig?
  • Welche Relevanz hat deine Geschichte?
  • Welchen Mehrwert soll deine Story bieten?

Jede Story weißt idealerweise eine 3-Akt-Struktur auf

Bildliche Darstellung einer Drei-Akt-Struktur einer Erzählung.
Quelle: Handout von Alena Wessling Multiply 2021.

Hier die 3-Akt-Struktur am Beispiel von Moses Auszug aus Ägypten. Alena erklärt im Video den Verlauf ausführlich.

Bildliche Darstellung einer Drei-Akt-Struktur einer Erzählung am Beispiel von Moses Auszug aus Ägypten.
Quelle: Handout von Alena Wessling Multiply 2021.

Damit ergibt sich folgende generelle Struktur von Geschichten:

1. Akt – Hook (25 %)

  • Aufhänger, der emotional abholt, z.B. über Identifikation
  • Vorstellung des Protagonisten & Antagnoisten

2. Akt – Hold (50 %)

  • Halten der Aufmerksamkeit: Wird sie es schaffen, ihr Ziel zu erreichen?
  • Neuer Blickwinkel auf die Geschichte, Steigerung der Ereignisse

3. Akt – Payoff (25 %)

  • Ergebnis (+/-), das emotionale Wirkung auf Zuschauer hat
  • Showdown & Auflösung

Deine Hauptfigur sollte Bedürfnisse und Ziele haben

Jede Hauptfigur braucht ein konkretes Ziel. Dieses befolgt sie bewusst verfolgt und muss dabei Hindernisse überwinden. Dahinter steckt ein universelles Bedürfnis – darüber ist sich die Figur nicht bewusst. An diesem Bedürfnis kann der Zuschauer andocken, selbst wenn er das konkrete Ziel nicht teilt. Das Ziel der Figur ist allerdings oft das falsche Mittel, um ihr Bedürfnis zu befriedigen.

Wichtig ist die Figurencharakterisierung

Deine Figur muss nicht sympathisch sein, sollte aber eine Identifikationsfläche bieten. Sie steht immer im Verhältnis zum Zuschauer. Das heißt, sie …

  • … ist uns überlegen = Superheld
  • … ist auf Augenhöhe = Everyday Hero
  • … ist uns unterlegen = Underdog

Die gewählten Charaktere müssen sich im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln.

Wie entsteht Spannung?

Zwei spannungstragende Fragen solltest du dir immer stellen:

  1. Was passiert als Nächstes?
  2. Wie wird das alles enden?

Spannung basiert immer auf der Verteilung von Wissen und der Aktivierung von Emotionen. Lösen kannst du dies wie folgt:

  • Mystery: Die Figur weiß genauso viel bzw. wenig wie die Zuschauer (Krimi)
  • Surprise: Zuschauer wissen weniger als die Figuren (Geheimnis einer Figur wird gelüftet)
  • Suspense: Die Zuschauer wissen mehr als die Figuren (Bombe unter dem Tisch)

Kniffe der Dramaturgie

Eine gute Struktur besteht aus Anfang, Mittelteil und Ende. Am wichtigsten sind dabei Wendepunkte und Fallhöhen.

Erzählt von Krisen! Protagonisten brauchen Hindernisse, damit sie über sich selbst hinauswachsen. Deine Story sollte Konflikte beinhalten – innere, zwischenmenschliche, situative – nichts ist langweiliger als Harmonie.

Achte darauf, dass du eindeutig das Thema, Exposition genannt, setzt. Beginne mit einem starken Teaser. Und erzähle kontrastreich: arm, reich, schwarz, weiß, laut, leise, traurig, fröhlich, dunkel, hell. Das intensiviert die Wirkung deiner Erzählung. Im Video nutzt Alena ein Beispiel von Joyce Meyer. Schaue es dir einfach an:

Das Video startet direkt an der Stelle, bei der es um Joyce Meyer geht.

Learnings

Damit deine Geschichte ihre Wirkung erzielt solltest du dich fragen: Wie lautet die Botschaft meiner Geschichte? Was passiert im ersten, zweiten und dritten Akt? Welches Ziel verfolgt meine Hauptfigur? Welches Bedürfnis steckt dahinter (Identifikation), Welche Schwächen hat meine Hauptfigur (Augenhöhe)? Welche Hindernisse und Konflikte treten auf? Wie kann ich mit einem starken Teaser starten? Wie kann ich kontrastreich erzählen und Wendepunkte integrieren?

Dieser Text ist aus einem Beitrag von Alena Wessling auf der Multiply 2021 und dem Handout entstanden. Die Multiply ist ein Event von Media Vision.

Wie geht es dir mit dieser Art des Storytellings?

Hast du sie bei einem Vortrag oder Theaterstück im Gottesdienst schon eingesetzt? Anregungen oder Fragen zum Beitrag kannst du uns gerne im Kommentar schreiben.


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Media Vision
Media Vision ist ein Netzwerk christlicher Medienaktivitäten, das die christliche Botschaft in Online-Medien, sowie in Radio und Fernsehen verbreiten hilft. Als eingetragener, gemeinnütziger Verein arbeitet Media Vision überkonfessionell. Jetzt informieren!
Foto Alena Wessling
Alena Wesseling
ist Texterin und Redakteurin und Expertin für Storytelling. Sie hilft anderen dabei, ihre Zielgruppe zu erreichen und unterstütz bei der Texterstellung – von der ersten Idee bis zum letzten Feinschliff. Mehr über sie erfährst du auf ihrer Website WORTBLICK.

Veröffentlicht: 27. September 2021
Aktualisiert: 27. November 2021

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